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Startseite Aktuell Löschzug Harsewinkel Stellungnahme des Wehrführers zum Zeitungsartikel vom 22.02.2011
Stellungnahme des Wehrführers zum Zeitungsartikel vom 22.02.2011 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niko Große-Heilmann   
Montag, den 28. Februar 2011 um 22:09 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem gestrigen Telefongespräch mit dem Ordnungsamt Stadt Harsewinkel, war ich sehr erstaunt über die Beschwerde des Mieters der Wohnung in Marienfeld, in dem es am Samstagmorgen gebrannt hat. Laut Aussage des Mieters, der selber nicht am Samstagmorgen vor Ort war, kam eine Beschwerde, dass die Feuerwehr Harsewinkel sehr spät (20 Minuten) an der Einsatzstelle eingetroffen ist und der Löschzug Marienfeld nicht alarmiert worden ist.

Ich bin gestern sehr erstaunt gewesen über diese Äußerung des Mieters, da er selber nicht vor Ort war. Desweiteren bin ich doch schon sehr enttäuscht, dass solche Unwahrheiten sogar von Ihnen in der NW veröffentlicht werden. Ihnen müsste schon bekannt sein, dass wir als Feuerwehr im Kreis Gütersloh eine sehr sorgfältige und exakte Einsatzdokumentation vornehmen.

Hier einmal Zeiten, die bei der Kreisleitstelle dokumentiert wurden:

Der Anruf kam um 3:54 Uhr (und 54 sec) bei der Leistelle an. Der Alarm wurde um 3:55 Uhr vom Disponenten aufgemacht. Alarmierungszeit an die Löschzüge Marienfeld und Harsewinkel um 3:56 Uhr

Das 1. Fahrzeug vom Lz. Marienfeld (TLF: 4-23-3) ist um 4:01 Uhr ausgerückt. Eintreffzeit: 4:02 Uhr. Das 2. Fahrzeug vom Lz. Marienfeld (LF:4-42-3) ist um 4:02 Uhr ausgerückt, Eintreffzeit: 4:04 Uhr, 3. Fahrzeug vom Lz. Marienfeld (ELW: 4-11-3) um 4:02 ausgerückt, Eintreffzeit : 4:03 Uhr.

1. Fahrzeug vom Lz. Harsewinkel (DLK: 4-33-1) Ausrückzeit: 4:03 Uhr , Eintreffzeit : 4:08 Uhr, 2. Fahrzeug Lz. Harsewinkel (HLF: 4-43-1), Ausrückzeit 4:03 Uhr, Eintreffzeit 4:08 Uhr

Der Anruf um 3:54 wurde von einem Herrn Spornhammer an der Kreisleitstelle angenommen. Die Alarmierung wurde lt. Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehr Harsewinkel (AAO) für Lz. Marienfeld und Lz. Harsewinkel mit Vollarlarm durchgeführt.

Es waren am Samstagmorgen ca. 45 Einsatzkräfte der Löschzüge Harsewinkel und Marienfeld im Einsatz. Dieses einmal zur Information.

Diese Informationen sind gestern schon an den Mieter des Gebäudes weitergeleitet worden. Die Person hat sich gestern auch schon über seine Äußerungen bei der Feuerwehr entschuldigt:

Hier Zitat über das Ordnungsamt der Stadt Harsewinkel:

"Ich habe Herrn Kaeß informiert. Dieser hat sich für die kurzfristige Rückmeldung bedankt. Nach den Angaben zum Ablauf des Einsatzes hat er sich für seinen Anruf entschuldigt und darauf hingewiesen, dass sich seine Frau wohl unter Schock mit der Zeit und den Angaben zur Feuerwehr etwas vertan haben muss. Ihm war bisher nicht bewusst, dass es sich um eine Freiwillige Feuerwehr handelt, die nicht im Gerätehaus auf Einsätze wartet. Auch war ihm der Ablauf der Alarmierung usw. nicht bekannt. Er hat sich für den Einsatz der Feuerwehr, der, wie sich anhand der Daten ergeben hat, doch sehr schnell war, sehr herzlich und bat mich, diesen Dank an die Feuerwehr weiter zu geben."

Ebenso habe gestern ein Gespräch mit dem Hauseigentümer aus Harsewinkel geführt, der ebenfalls sehr erstaunt war über die Äußerung seines Mieters. Der Hauseigentümer entschuldigte sich hierfür und bedankte sich bei der Feuerwehr für ihr schnelles Handeln.

Da das Verhältnis, Freiwillige Feuerwehr Harsewinkel zu den örtlichen Pressemitarbeiter aller Zeitungen eigentlich sehr gut ist und ich immer mit fachkompetenten Ansprechpartner vor Ort zu tun habe, bin ich sehr erschrocken und enttäuscht über solche Zeitungsartikel.

Mittlerweise wird schon sehr viel "Mist" in den Medien veröffentlicht. Ich bitte darum, in Zukunft vorab vernünftige Recherchen durchzuführen, da ja wohl allen bekannt sein sollte, dass Feuerwehren, insbesondere Freiwillige Feuerwehren ihre Arbeiten ehrenamtlich und sehr gewissenhaft ausführen.

Ich bitte diese in Zukunft zu berücksichtigen und ggfls. um eine Richtigstellung.

Ich glaube nicht, dass allen bewusst ist, dass sich am Samstagmorgen ca. 45 freiwillige Feuerwehrkameraden aus ihren Betten bewegt haben, sich in einer Ausrückezeit von 4 Minuten ausgerüstet haben und mit den Feuerwehrfahrzeugen an der Einsatzstelle eingetroffen sind.

Da sie in dem Artikel schon erwähnt haben, handelt es sich um eine unbewohnbares Haus. Ich denke mal durch das Vorhandensein eines Rauchmelders in dem Gebäude wäre ein geringere Schaden entstanden. Den Hausmietern müsste schon bewußt sein, dass sie sehr viel Glück gehabt haben, überhaupt unbeschadet aus dem Haus gekommen zu sein.

Da alle Zimmertüren im Obergeschoß in der Nacht aufstehen, ist es ein Wunder, dass überhaupt jemand wach geworden ist. Der Einsatz hätte dramatischer enden können. Daher ist es wichtig, dass die Aufklärung über Rauchmelder intensiver geführt werden. In jedem Jahr sterben in Deutschland ca. 600 Personen durch Rauch. (siehe auch Einsatz vor zwei Wochen in Rheda-Wiedenbrück).

Ich wünsche mir für die Zukunft eine bessere Berichterstattung mit besseren Grundwissen.

Mit freundlichen Gruß

Andreas Feismann

Leiter der Feuerwehr Harsewinkel